Buschcamping statt Wildcamping

Die Makgadikgadi Pans - Camping

Namibia gilt als eines der aufregendsten Länder für Abenteuerreisende und Naturliebhaber. Die endlosen Weiten, beeindruckenden Landschaften und die faszinierende Tierwelt machen das Land zu einem Paradies für Menschen, die die Natur hautnah erleben möchten. Für viele ist Buschcamping, auch Wildcamping genannt, die ultimative Möglichkeit, das Land intensiv zu erfahren und abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs zu sein. Bevor man jedoch sein Zelt im afrikanischen Busch aufschlägt, sollte man sich über die gesetzlichen Regelungen, die richtige Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen informieren.

Was ist Buschcamping?

Buschcamping bedeutet Freiheit pur: Mitten in der Wildnis stehen, unendliche Stille genießen und keine Menschenseele im Umkreis von 80 Kilometern. Aber Achtung: In Namibia ist das kein Freifahrtschein. Während Wildcamping in Nationalparks strikt verboten ist, brauchst du auf Privatfarmen die Erlaubnis der Besitzer. In kommunalen Gebieten ist es oft möglich – solange du dich respektvoll anmeldest und die Natur achtest.

Ist Wildcamping in Namibia erlaubt? Die nackte Wahrheit.

Wenn du im Internet nach „Wildcamping Namibia“ suchst, wirst du oft lesen: Es ist verboten. Und rein rechtlich gesehen stimmt das auch – zumindest, wenn man „Wildcamping“ als das parzellierte Hinstellen irgendwo am Straßenrand oder in Nationalparks definiert.

Aber Namibia ist kein Land der Verbote, sondern ein Land der Regeln. Damit dein Abenteuer nicht mit Ärger endet, musst du die drei Arten von Landbesitz kennen:

1. Nationalparks (Strikt verboten)

In Parks wie dem Etosha oder Namib-Naukluft ist Wildcamping absolut tabu. Hier gibt es feste Campsites. Wer hier wild campt, riskiert hohe Strafen und bringt sich aufgrund der wilden Tiere (Löwen, Hyänen) in echte Gefahr.

2. Privates Farmland (Nur mit Erlaubnis)

Ein riesiger Teil Namibias ist eingezäuntes Privatland. Hier einfach über den Zaun zu fahren, ist Hausfriedensbruch. Der Profi-Tipp: Viele Farmer sind super entspannt, wenn man vorher fragt. Ein kurzes Gespräch am Farmhaus öffnet oft die Tore zu den schönsten Plätzen.

3. Kommunales Land – Das wahre Buschcamping

In Regionen wie dem Kaokoveld oder dem Damaraland gehört das Land der lokalen Gemeinschaft. Hier ist das „freie Stehen“ oft möglich, aber es ist kein rechtsfreier Raum. Wir campen hier legal, indem wir:

  • Uns bei den lokalen Headmen (Dorfältesten) anmelden.
  • Eine kleine Gebühr für die Gemeinschaftskasse entrichten.
  • Keinen Müll hinterlassen und die Natur respektieren.

Warum wir bei Soul Holiday von „Buschcamping“ statt „Wildcamping“ sprechen

Worte haben Bedeutung. „Wild“ klingt nach rücksichtslos. Buschcamping bedeutet für mich: Wir tauchen tief in die Natur ein, aber wir tun es mit Respekt vor dem Gesetz und den Menschen, denen das Land gehört. Auf meinen Touren sorge ich dafür, dass wir immer dort stehen, wo wir willkommen sind – legal, sicher und mit 100 % reinem Gewissen.

Wie findet man geeignete Buschcamps?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, legale und sichere Buschcamps in Namibia zu finden. Zwei Möglichkeiten sind die iOverlander App und Tracks4Africa. Locals fragen geht auch immer.

Stehst Du auf Naturerlebnis und Wildcamping in unberührter Natur, möchtest aber nicht alleine Reisen oder traust es Dir (noch) nicht zu, sind Reiseveranstalter und Guides, die sich auf Offroad- und Wildcamping-Touren spezialisiert haben, eine gute Anlaufstelle. Diese Anbieter kennen die Regionen, wissen, wo Camping erlaubt ist, und können ggf. die erforderlichen Genehmigungen organisieren. Im Team reisen heißt, Herausforderungen gemeinsam meistern und etwas über sich hinaus wachsen. Und mehr Spaß macht es auch!

Zusätzlich bieten Online-Foren, Reiseblogs und Plattformen wie Facebook wertvolle Tipps und Erfahrungsberichte anderer Reisender. Hier kann man nicht nur Empfehlungen für Standorte, sondern auch weitere Hinweise zu Pistenverhältnissen oder Tiersichtungen erhalten.

Sicherheit beim Buschcamping

Wildnis ist kein Streichelzoo. Wer abseits campt, muss die Regeln kennen: Meide trockene Flussbetten (Sturzflutgefahr!) und halte Abstand zu Wasserstellen. Dein Lagerfeuer muss beim Aufbruch absolut tot sein. Lebenswichtig: Lebensmittel gehören in den Wagen. Hast du Elefanten in der Nähe? Dann raus mit allen Zitrusfrüchten – die riechen eine Orange auf Kilometer und knacken im Zweifel dein Auto. Und bei Affen gilt: Alles verriegeln. Die Biester klauen nicht nur, sie zerlegen deinen Offroader in Minuten.

Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man das Lager nicht verlassen, da wilde Tiere in der Nähe sein können. Taschen- und Stirnlampen sind ein Muss. Auf meinen Touren stelle ich Stirnlampen pro Teilnehmer, Du musst also nichts bei Amazon kaufen ;-).

Schließlich ist es sehr wichtig, dass jemand außerhalb der Wildnis über den Aufenthaltsort und die geplante Rückkehr informiert ist. In abgelegenen Gebieten empfiehlt es sich zudem, ein Satellitentelefon oder Funkgerät mitzunehmen, da Handyempfang oft nicht verfügbar ist.

Ausrüstung für Buschcamping

Für ein sicheres und komfortables Buschcamping-Erlebnis ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Ein geländegängiges 4×4-Fahrzeug ist unerlässlich, um abgelegene Regionen und unwegsames Gelände sicher zu erreichen. Das Fahrzeug sollte mit Ersatzreifen, Werkzeug, ggf. Seilwinde und einem Erste-Hilfe-Set ausgestattet sein. Für die Übernachtung selbst benötigt man ein stabiles Zelt, einen hochwertigen Schlafsack und eine Isomatte. Kochausrüstung, ausreichend Wasser und Proviant sind ebenfalls Pflicht. Zusätzlich sind Karten, GPS-Gerät oder eine Navigations-App unverzichtbar, um sich in der Wildnis zurechtzufinden.

Was noch? Naja … kein Buschcamping ohne ein kühles Bier, ein Glas Wein oder einen ordentlichen Gin Tonic! Das macht den Sonnenuntergang am Ende der Welt gleich doppelt so schön … ich spreche aus Erfahrung.

Die Makgadikgadi Pans - Camping

Empfohlene Regionen für Buschcamping

Namibia bietet für jeden Buschcamper das richtige Terrain: Das Kaokoland im Nordwesten ist die Königsdisziplin – einsam, infrastrukturlos, spektakulär. Das Damaraland punktet mit Trockenflüssen und massiven Felsformationen. Im wasserreichen Nordosten (Kavango/Zambezi) teilst du dir die Wildnis oft mit der lokalen Bevölkerung – hier sind Genehmigungen Pflicht. Wer die totale Leere sucht, findet an der Atlantikküste hunderte Kilometer einsamen Strand oder versteckte Plätze in der unendlichen Namibwüste. Überall gilt: Wer sucht, findet dort Freiheit, wo andere nur Sand sehen.

Tipps für ein gelungenes Buschcamping-Erlebnis

Wer Buschcamping plant, sollte mehrere Punkte beachten, um das Abenteuer sicher und angenehm zu gestalten. Zunächst sollte man genügend Vorräte mitführen, da viele Regionen weit entfernt von Geschäften oder Tankstellen liegen. Außerdem ist es ratsam, sich vorab über die Wetterbedingungen zu informieren, da es in Namibia in der Regenzeit zu plötzlichen Überschwemmungen („flash floods“) kommen kann.

Respekt vor der Natur, insbesondere den Tieren und der lokalen Bevölkerung ist unabdingbar. Ihr seit hier Gast, lasst uns immer daran denken. Alle Trips die ich mit „Soul Holiday“ durchführe respektieren Land, Leute und die Natur und sind zudem nachhaltig mit einem minimalem Fußabdruck. Man sollte keine Abfälle hinterlassen, Flora und Fauna achten und sich an alle lokalen Regeln halten. Schließlich lohnt es sich, die Reiseroute und geplanten Lagerplätze im Voraus zu planen und immer alternative Plätze für den Notfall einzuplanen.

Fazit

Buschcamping in Namibia bietet eine unvergleichliche Möglichkeit, die unberührte Natur Afrikas hautnah zu erleben. Die Freiheit, abseits der Touristenpfade zu übernachten, die Ruhe der Wildnis zu genießen und den Sternenhimmel über endlosen Weiten zu beobachten, macht diese Form des Reisens so besonders. Es erfordert jedoch sorgfältige Planung, Respekt vor den gesetzlichen Regelungen und die Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen. Wer sich gut vorbereitet, kann ein unvergessliches Abenteuer erleben und Namibia auf eine authentische und intensive Weise entdecken.