Abenteuer Kaokoveld

Reisen im unberührten Nordwesten Namibias

Das Kaokoveld im Nordwesten Namibias ist ein wahres Paradies für Abenteuerlustige, Naturfreunde und Kulturinteressierte. Es ist die Heimat der Ovahimba, eines semi-nomadischen Volkes mit einer reichen Kultur. Abseits der üblichen Touristenpfade bietet diese Region eine atemberaubende Landschaft, faszinierende Tierwelt und einen einzigartigen Einblick in das Leben der Ovahimba, eines der letzten nomadischen Völker Afrikas. Doch das Abenteuer Kaokoveld erfordert sorgfältige Planung, Respekt vor der Natur und auch ein gewisses Maß an Abenteuerlust. Dafür wird man mit einer Landschaft belohnt, die man kaum irgendwo anders auf diesem Planeten findet.

Die Besonderheiten des Kaokovelds

Das Kaokoveld erstreckt sich über die Kunene-Region und zeichnet sich durch seine rauen, unberührten Landschaften aus. Hier treffen die Namib-Wüste und die Küstenwüste aufeinander, was zu einer einzigartigen Flora und Fauna führt. Die Region ist bekannt für ihre beeindruckenden Gebirgsketten, trockenen Flussbetten und die weiten Savannenlandschaften. Besonders hervorzuheben sind die Epupa Falls, ein spektakulärer Wasserfall am Kunene-Fluss, der die Grenze zwischen Namibia und Angola bildet.

Weitere Highlight sind das Marienfluss-Tal und die Hartmannsberge, abgelegene Orte, die nur mit einem Allrad-Fahrzeug erreichbar sind. Hier können Reisende die unberührte Natur genießen und die traditionelle Lebensweise der Ovahimba kennenlernen.

Abenteuer Kaokoveld: Vorbereitung und Planung

Eine Reise ins Kaokoveld erfordert eine gründliche Vorbereitung. Aufgrund der abgelegenen Lage und der schwierigen Straßenverhältnisse ist ein geländegängiges Fahrzeug unerlässlich. Überprüft das Fahrzeug vorher auf Schäden. Leckt irgendwo Öl, funktionieren die Batterien und die Solarpanele, sind die Reifen okay? Ganz wichtig! Zudem sollte man stets genügend Vorräte, Treibstoff und Wasser planen, da Tankstellen und Geschäfte in der Region nicht existieren.

Die beste Reisezeit für das Kaokoveld ist während der Trockenzeit von Mai bis November. In dieser Zeit sind die Straßen passierbar, und die Temperaturen sind angenehm. Während der Regenzeit von November bis April können viele Straßen unpassierbar werden, und einige Gebiete sind nur schwer zugänglich.

Die Straßen im Kaokoveld sind größtenteils unbefestigt und können je nach Wetterbedingungen variieren. Bitte informiert euch vorab über die aktuellen Straßenverhältnisse zum Beispiel bei lokalen Behörden oder Unterkünften. Campbesitzer und Locals helfen gerne weiter. Und keine Angst, die meisten sprechen ein gutes Englisch, falls euer Himba ein wenig eingerostet ist.

Übernachtungsmöglichkeiten im Kaokoveld

Trotz seiner Abgeschiedenheit bietet das Kaokoveld verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen von Abenteurern gerecht werden. Eine der bekanntesten Unterkünfte ist das Camp Aussicht, ein kleines Camp südlich von Opuwo, das sowohl Gästezimmer als auch Campingplätze anbietet. Ein guter Startpunkt um tiefer ins Kaokoveld vorzustoßen.

Für diejenigen, die das „authentische“ Leben der Ovahimba erleben möchten, bietet das Camp Syncro am Kunene-Fluss eine einzigartige Gelegenheit. Das Camp ermöglicht den Gästen, die traditionelle Lebensweise der Ovahimba hautnah zu erleben. Ich bevorzuge auf meinen Trips jedoch das Community Camp der lokalen Himba-Gemeinde, was nur wenige Kilometer nördlich des Camp Syncro direkt am Kunene River liegt. Lokale Gemeinden und Projekte zu unterstützen ist für mich ein wesentlicher Punkt meiner Trips und mir sehr wichtig. „Giving back“ ist das Credo, wenn Ihr mit „Soul Holiday“ reist.

Ein weiteres gutes Camp ist das „Marble Mine Camp“ kurz vor dem „Joubert`s Pass“. Auch „Rooidrum Pass“ genannt. Auch dieses Camp wird von einer lokalen Himba-Gemeinde betrieben und hat sogar Mobilfunkempfang. Ein bißchen luxuriöser unweit des „Marble Mine Camp“ findet man das „Etambura Camp“ und das „House on the Hill“. Für alle die ein ordentliches Bett dem Zelt vorziehen.

Wildcamping Spots findet man hingegen so gut wie überall. Hier gilt es lediglich einen schönen, windgeschützen Platz zu finden, um sein Nachtlager aufzuschlagen. Für mich immer wieder ein einmaliges Erlebnis in dieser unwirklichen, fast außerirdischen Landschaft.

Entdeckungen im Nirgendwo

Im Kaokoveld gibt es zahlreiche Dinge zu entdecken, die das Herz eines jeden Abenteurers höher schlagen lassen. Ob Ihr in den Schluchten des Hoanib und Hoarusib auf der Suche nach Wüstenelefanten seid oder die bis zu 2000 Jahre alten Weltwitscha Pflanzen auf dem Crother Trail bestaunt, hinter fast jeder Ecke wartet wieder etwas, was euch Staunen lässt.

Ein weiteres Highlight des Abenteuer Kaokoveld ist die Suche nach den Wüstenlöwen, die in der Region leben. Ein seltener Fund und ein absolutes Highlight. VIelleicht hört Ihr sie ja Nachts von euerem Camp aus?

Für Kulturinteressierte bietet das Kaokoveld auch die Möglichkeit, die Ovahimba in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben. Ein Besuch in einem der traditionellen Dörfer ermöglicht einen Einblick in die Lebensweise dieses faszinierenden Volkes. Leider ist auch hier das Meiste mittlerweile auf Tourismus ausgelegt. Manche „traditionelle“ Dörfer wurden extra für Touristen gebaut und natürlich werden hier – wie aus Zufall – eine Vielzahl an Souvenirs verkauft. Gut, von irgendwas muss man ja leben, ich verurteile das nicht. Man bekommt dennoch einiges von der Kultur und traditionellen Lebensweise mit.

Offroad pur

Das Abenteuer Kaokoveld ist für den Offroad- und Outdoor Enthusiasten ein Traum. Lange Fahrten durch Sand, Bergpässe, Flussdurchfahrten, steinige Pisten – hier findest Du alles. Und das kann auch schon mal ermüdend sein, wenn man stundenlang unterwegs ist. Daher legt immer ausreichend Pausen ein, genießt die Landschaft und habt eine kleine Stärkung unterwegs.

Abenteuer Kaokoveld? Hier findest Du es definitiv! Das absolute Highlight der Region ist zweifelsohne der „Van Zyl`s Pass“. Wir reden hier über 18 Kilometer Bergpass für den ihr zwischen zwei und acht Stunden braucht. Ist halt mal so und mal so. Aber schon die Anfahrt von Opuwo aus ist nicht von schlechten Eltern. Die Pisten sind schlecht, teils gar nicht vorhanden, steinig. Wer den „Heartbreak Hill“ geschafft hat, hat auch schon einen guten Vorgeschmack auf das was kommt. Allerdings erlauben die meisten Autovermieter es nicht mehr, den „Van Zyl`s Pass“ zu fahren. Unerfahrene, nicht geübte Fahrer und eine der krassesten Strecken in Namibia sind keine gute Kombination und hat zu vielen Unfällen und Schäden an Fahrzeugen geführt.

Fährt man nach Süden Richtung „Marle Mine Camp“ geht es über schon erwähnten „Rooidrum Pass“. Auch nicht ohne, wenn auch nur 1-2 Kilometer lang. Der Weg nach Osten Richtung Opuwo bietet immer wieder sandige Flussdurchfahrten und Dünen, steile Anstiege und nach der Regenzeit häufig weggespülte Pisten.

Abenteuer Kaokoveld – Fazit

Das Kaokoveld ist ein einzigartiges Reiseziel, das Abenteuer, Natur und Kultur auf eindrucksvolle Weise vereint. Eine Reise in diese abgelegene Region Namibias ist eine Reise in eine andere Welt – rau, unberührt und voller faszinierender Erlebnisse. Mit der richtigen Vorbereitung, einem respektvollen Umgang mit der Natur und der lokalen Bevölkerung sowie einem offenen Herzen wird das Kaokoveld zu einem unvergesslichen Abenteuer.