Abgelegene Pisten & C-Routen in Namibia

Namibia ist voller versteckter 4×4-Pisten, die kaum ein Tourist kennt. Besonders die sogenannten C-Routen führen dich durch entlegene Regionen mit spektakulären Landschaften. Hier begegnest du kaum anderen Fahrzeugen, übernachtest in Bushcamps und spürst die echte Wildnis. Planung ist alles: Informiere dich über Wasserquellen, Tankmöglichkeiten und aktuelle Straßenbedingungen. Mit der richtigen Vorbereitung kannst du die Einsamkeit genießen, wilde Tiere beobachten und Namibia abseits der üblichen Touristenrouten entdecken. Diese Routen sind perfekt für Selbstfahrer, die Abenteuer, Freiheit und Natur suchen.

Was sind C-Routen?

Namibias Straßenklassifikation unterscheidet Hauptstraßen (B), Nebenstraßen (D) und die berühmten C-Routen. Für uns Offroader gilt also: C ist okay! Diese unbefestigten Pisten führen dich in entlegene Regionen, abseits von Touristenströmen. In anderen Worten: Abenteuer. Hier kommt der Bulldozer eher selten bis gar nicht vorbei.

C-Pisten sind in Namibia sekundäre unbefestigte Straßen, oft als Gravel- oder Sandpisten ausgeführt. Sie verbinden kleinere Ortschaften, Farmen oder führen in abgelegene Regionen, wo wenig Verkehr herrscht. Häufig sind sie landschaftlich reizvoll und bieten Einblicke in Wüsten­gebiete, Canyons, Flussbetten oder kaum besiedelte Gegenden. Da sie nicht regelmäßig unterhalten werden, kann ihr Zustand stark variieren, vor allem nach Regenfällen.

Man findet C-Strecken in fast allen Regionen Namibias: im Erongo, im Kunene-Gebiet, in den südlichen Regionen wie Karas oder Hardap ebenso wie rund um die Namib-Wüste oder das Kaokoveld. Kartenquellen wie Tracks4Africa, OpenStreetMap oder lokale Tourenanbieter sind hilfreich, um herauszufinden, welche C-Straßen unbefestigt sind und wie zuverlässig sie befahrbar sind. Wichtig: Bewässerte Flussbetten, starke Regenereignisse und fehlende Brücken oder Überquerungen können eine C-Piste kurzfristig unpassierbar machen.

Planung & Sicherheitsvorkehrungen

C-Routen erfordern gute Vorbereitung. Prüfe die Route im Voraus, plane Tankstopps, Wasserreserven, Nahrungsvorräte und Notfallausrüstung. GPS und Karten sind von Vorteil, da die Strecken oft nicht ausgeschildert sind. Da es häufig keinen Internetempfang gibt, solltest Du eine Offline-Karte nutzen. Ich kann „Tracks4Africa“ empfehlen. Die Karten sind extrem genau und Du siehst dank GPS wo Du bist. Ich habe auf meiner 5-jährigen Oberlandertour fast nur „Tracks4Africa“ genutzt. Und gesunden Menschenverstand – hilft auch.

Eine weitere Empfehlung: Informiere Freunde oder Familie über deine Route und wann Du wieder ein Lebenszeichen geben kannst. In entlegenen Regionen kann es Tage dauern, bis Hilfe kommt. Wie das dann aussieht, könnt Ihr hier nachlesen.

Beliebte C-Routen führen durchs Damaraland, Kaokoland oder ins Marienflusstal. Aber auch durch die Namib Wüste oder im Norden an der Skeleton Coast bieten jede Menge Offroad-Spaß. Hier findest du atemberaubende Landschaften, versteckte Felsgravuren und Flussläufe, die kaum ein Tourist sieht. Abgelegene Pisten bieten auch Chancen, wilde Tiere zu beobachten – Wüstenelefanten, Giraffen, Löwen, Oryx und seltene Antilopen kreuzen manchmal den Weg.

Drei coole Offroad-Strecken in Namibia

Beliebte C-Routen führen durchs Damaraland, Kaokoland oder ins Marienflusstal. Aber auch die Namib Wüste und deren Grenzgebiet sowie die Skeleton Coast am Atlantik bieten jede Menge Offroad-Spaß. Hier findest du atemberaubende Landschaften, Flussläufe, die kaum ein Tourist sieht und findest eine unbeschreibliche Stille. Abgelegene Pisten bieten auch Chancen, wilde Tiere zu beobachten – Wüstenelefanten, Giraffen, Löwen, Oryx und seltene Antilopen kreuzen manchmal den Weg.

Ich weiß es verlockt, doch bleib immer auf dem Trail. Rechts und Links der Strecke sieht es manchmal kahl aus, doch dies ist Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Mit Deinen breiten Offroad-Reifen, zerstörst Du diesen Lebensraum.

1. The Namib-Naukluft 4×4 Trail

Die Namib-Naukluft 4×4 Trailroute gilt als eine der herausforderndsten Selbstfahrer-Routen in Namibia. Sie verläuft über etwa 73 Kilometer in der weitläufigen Namib-Naukluft Region und zieht sich von der Swakop River Gegend bis in südwestliche Richtungen. Auf manchen Passagen begegnet man extrem steilen Anstiegen, scharfen Felsen und dicken Sandabschnitten. Besonders kritisch sind breite Flussläufe und Übergänge, in denen sich der lose Sand mit steinigen Partien abwechselt. Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit und starkem Antrieb sind Pflicht. Es wird empfohlen, mindestens zwei Fahrzeuge mitzunehmen, ausreichend Ersatzräder, Recovery-Ausrüstung und Vorlaufzeit zur Sicherheits-Registrierung einzuplanen. Die Route ist eng, in manchen Abschnitten nur für schmale Fahrzeuge geeignet, und sie verlangt dem Fahrer Technik und Geländeerfahrung ab.

Länge: ca. 73 km Startpunkt: Swakop River Ziel: Lüderitz GPS-Koordinaten Start: -22.8342° S, 14.5294° E GPS-Koordinaten Ziel: -26.5983° S, 15.1586° E Fahrzeugempfehlung: Hochgelegter 4×4 mit Allradantrieb Dauer: Mindestens 2 Tage Schwierigkeitsgrad: Sehr hoch (steile, felsige Abschnitte, lose Sandpisten) Vorbereitung: Vollständige Selbstversorgung (Wasser, Treibstoff, Ersatzreifen), GPS-Navigation erforderlich, Satellitentelefon empfohlen

2. Messum Crater 4×4 Trail

Der Messum Crater Trail ist eine deutlich längere Strecke (rund 250 Kilometer) entlang bzw. über Teile der C34-Route. Man fährt vorbei am Messum Krater, durch teils archäologisch bedeutsame Landschaften, über Salzpfannen und lose, rutschige Sandabschnitte. Wer diese Route wählt, bewegt sich in Gegenden mit wenig Infrastruktur, in denen man sich auf sich selbst verlassen muss. Fahrzeugtechnik, Reifen, Ersatzteile und Verpflegung müssen mitgenommen werden. Wer steife Passagen, plötzliche Wetterwechsel oder tiefen Sandabschnitten nicht gewohnt ist, sollte diese Route nicht unterschätzen.

Länge: ca. 250 km Startpunkt: Henties Bay Ziel: Spitzkoppe GPS-Koordinaten Messum Crater: -21.3933° S, 14.2013° E Fahrzeugempfehlung: Hochgelegter 4×4 mit Allradantrieb Dauer: 2 Tage Schwierigkeitsgrad: Hoch (felsige Abschnitte, lose Sandpisten, Flussüberquerungen) Vorbereitung: Vollständige Selbstversorgung (Wasser, Treibstoff, Ersatzreifen), GPS-Navigation erforderlich, Satellitentelefon empfohlen

3. Khaudum National Park und angrenzende Track-Netzwerke

Der Khaudum Nationalpark, im Nordosten Namibias gelegen, bietet einige der isoliertesten Pisten mit tiefem Sand. Hier führt ein Netzwerk von unmarkierten Sandtracks und Pfaden durch dichte, oft unübersichtliche Vegetation und über weite offene Flächen mit Kalahari-Sand. Die Wege sind selten befahren, wodurch Spuren schnell durch Wind verweht werden. Bei Regen oder kurz danach können einzelne Flussüberquerungen unpassierbar werden. Wer hier unterwegs ist, sollte nicht nur zwei Fahrzeuge dabeihaben, sondern auch Navigationsmittel (GPS), zusätzliche Spritkanister und ausreichend Wasser. Sicherheit, gute Vorbereitung und Respekt vor der Natur sind hier überlebenswichtig.

Länge: Variiert je nach gewählter Route Startpunkt: Tsumkwe Ziel: Divundu (C48/D3403) GPS-Koordinaten Khaudum Eingang: -18.8546° S, 20.6169° E Fahrzeugempfehlung: Hochgelegter 4×4 mit Allradantrieb Dauer: 2 Tage Schwierigkeitsgrad: Hoch (Sandpisten, Flussüberquerungen, Wildtierbegegnungen) Vorbereitung: Vollständige Selbstversorgung (Wasser, Treibstoff, Ersatzreifen), GPS-Navigation erforderlich

Bushcamping & Wildnis erleben

Auf C-Routen und Offraod-Strecken gibt es meist wenige offizielle Unterkünfte. Bushcamping ist daher ideal. Auch auf Farmen findest Du häufig einen Stellplatz, Du solltest jedoch dann um Erlaubnis fragen. Häufig gehört das Land einem örtlichen Stamm, frage im Dorf, ob Du in der Nähe campen darfst.

Solltest Du durch Canyons und trockene Flussbetten fahren, kannst Du prinzipiell überall campen. Eisernes Gesetz: Campe nie im Flussbett, auch in der Trockenzeit nicht. Irgendwo in 200 Kilometer Entfernung kann es doch mal regnen und dann spülen dich die Wassermassen Stunden später einfach weg. Das wäre blöd und zudem extrem gefährlich.

Achte auch Tierspuren. Abdrücke von Elefanten im Sand sind cool, denn dann sind die Tiere in der Nähe. Uncool ist, wenn Du direkt auf deren Lieblingsplatz übernachtest, dann bekommen die Tiere schon mal schlechte Laune.

Lagerfeuer ist ein Muss, doch bitte grabe eine Kuhle in der Du Feuer machst, achte darauf das die Glut nicht wegfliegt und decke das Feuer mit Sand ab wenn Du in die Heia gehst. Wir wollen keinen Buschbrand verursachen.

Müll und Abfälle nimmst Du immer mit, das gehört nicht in die Natur. Denke immer daran: Wir hinterlassen nichts als Fußspuren!