Namibia gilt als eines der aufregendsten Länder für Abenteuerreisende und Naturliebhaber. Die endlosen Weiten, beeindruckenden Landschaften und die faszinierende Tierwelt machen das Land zu einem Paradies für Menschen, die die Natur hautnah erleben möchten. Für viele ist Buschcamping, auch Wildcamping genannt, die ultimative Möglichkeit, das Land intensiv zu erfahren und abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs zu sein. Bevor man jedoch sein Zelt im afrikanischen Busch aufschlägt, sollte man sich über die gesetzlichen Regelungen, die richtige Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen informieren.
Was ist Buschcamping?
Buschcamping beschreibt das Übernachten in freier Natur, fernab von offiziellen Campingplätzen. Es geht darum, mitten in der Wildnis zu stehen, den Sternenhimmel zu beobachten und die Natur in völliger Ruhe zu genießen. Und wie wahnsinnig ist es, wenn Du realisierst, das im Umkreis von 60, 70 oder 80 Kilometer keine Menschenseele ist! In Namibia ist Buschcamping nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das Land besteht nämlich überwiegend aus privaten Farmen, kommunalen Gebieten und Nationalparks. Auf privatem Land darf man nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Landbesitzers campen. Die meisten Farmer oder eine lokale Dorfgemeinschaft hat selten etwas dagegen, das Du hier eine ruhige Nacht verbringst. Wildcamping innerhalb von Nationalparks ist grundsätzlich verboten, da diese Parks zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt streng reguliert sind.
Gesetzliche Regelungen
Die gesetzlichen Regelungen für Buschcamping in Namibia sind klar: Wer ohne Genehmigung auf privatem Land oder innerhalb von Nationalparks zeltet, handelt illegal. Auf privatem Land ist es zwingend erforderlich, die Zustimmung des Eigentümers einzuholen. Viele Farmen erlauben das Campen, da sie sich an Touristen gewöhnt haben, die die Natur hautnah erleben wollen. In Nationalparks hingegen gibt es nur ausgewiesene Campingplätze, auf denen das Übernachten gestattet ist.
Bist Du in einem Canyon oder trockenem Flussbett unterwegs, irgendwo in den Weiten des Kaokovelds oder an der Atlantikküste, kannst Du Dich eigentlich überall hinstellen. Verhalte Dich verantwortlich, achte auf Dein Lagerfeuer und nimm deinen Müll mit!
Wie findet man geeignete Buschcamps?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, legale und sichere Buschcamps in Namibia zu finden. Zwei Möglichkeiten sind die iOverlander App und Tracks4Africa. Locals fragen geht auch immer.
Stehst Du auf Naturerlebnis und Wildcamping in unberührter Natur, möchtest aber nicht alleine Reisen oder traust es Dir (noch) nicht zu, sind Reiseveranstalter und Guides, die sich auf Offroad- und Wildcamping-Touren spezialisiert haben, eine gute Anlaufstelle. Diese Anbieter kennen die Regionen, wissen, wo Camping erlaubt ist, und können ggf. die erforderlichen Genehmigungen organisieren. Im Team reisen heißt, Herausforderungen gemeinsam meistern und etwas über sich hinaus wachsen. Und mehr Spaß macht es auch!
Zusätzlich bieten Online-Foren, Reiseblogs und Plattformen wie Facebook wertvolle Tipps und Erfahrungsberichte anderer Reisender. Hier kann man nicht nur Empfehlungen für Standorte, sondern auch weitere Hinweise zu Pistenverhältnissen oder Tiersichtungen erhalten.
Sicherheit beim Buschcamping
Das Campen in der namibischen Wildnis kann ein unvergessliches Erlebnis sein, birgt aber auch Risiken. Wer in abgelegenen Gebieten übernachtet, muss einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Zunächst sollte der Lagerplatz sorgfältig gewählt werden. Es ist ratsam, nicht in trockenen Flussbetten oder zu nah an Wasserstellen zu campen, da plötzliche Überschwemmungen auftreten können. Feuerstellen sollten sicher angelegt und nach dem Gebrauch vollständig gelöscht werden. Lebensmittel müssen verschlossen und sicher aufbewahrt werden, um Tiere nicht anzulocken. Elefanten in der Nähe? Die Grauhäuter lieben Zitrusfrüchte, da stört es sie auch nicht, wenn das Auto verschlossen ist. Die riechen eine Orange auf einen Kilometer und machen Euch im Zweifelsfall auch das Auto auf. Sind Affen in der Nähe, verschließt alles. Und ich meine ALLES! Die frechen Biester sind zwar süß, klauen aber uch alles und verwüsten Deinen Offroader innerhalb Minuten.
Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man das Lager nicht verlassen, da wilde Tiere in der Nähe sein können. Taschen- und Stirnlampen sind ein Muss. Auf meinen Touren stelle ich Stirnlampen pro Teilnehmer, Du musst also nichts bei Amazon kaufen ;-).
Schließlich ist es sehr wichtig, dass jemand außerhalb der Wildnis über den Aufenthaltsort und die geplante Rückkehr informiert ist. In abgelegenen Gebieten empfiehlt es sich zudem, ein Satellitentelefon oder Funkgerät mitzunehmen, da Handyempfang oft nicht verfügbar ist.
Ausrüstung für Buschcamping
Für ein sicheres und komfortables Buschcamping-Erlebnis ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Ein geländegängiges 4×4-Fahrzeug ist unerlässlich, um abgelegene Regionen und unwegsames Gelände sicher zu erreichen. Das Fahrzeug sollte mit Ersatzreifen, Werkzeug, ggf. Seilwinde und einem Erste-Hilfe-Set ausgestattet sein. Für die Übernachtung selbst benötigt man ein stabiles Zelt, einen hochwertigen Schlafsack und eine Isomatte. Kochausrüstung, ausreichend Wasser und Proviant sind ebenfalls Pflicht. Zusätzlich sind Karten, GPS-Gerät oder eine Navigations-App unverzichtbar, um sich in der Wildnis zurechtzufinden.
Was noch? Naja … kein Buschcamping ohne ein kühles Bier, ein Glas Wein oder einen ordentlichen Gin Tonic! Das macht den Sonnenuntergang am Ende der Welt gleich doppelt so schön … ich spreche aus Erfahrung.
Empfohlene Regionen für Buschcamping
In Namibia gibt es viele Regionen, die sich besonders für Buschcamping eignen. Das Kaokoland im Nordwesten ist eine abgelegene Gegend mit wenig Infrastruktur, die erfahrenen Wildcampern spektakuläre Naturerlebnisse bietet. Das Damaraland überzeugt durch seine beeindruckenden Felsformationen, Trockenflüsse und historischen Felsmalereien. Im Nordosten sind die Regionen rund um Kavango und Zambezi ideal, um die Flusslandschaften und die reiche Tierwelt zu erleben. Hier sollte man jedoch beachten, dass viele Gebiete dicht besiedelt sind und Genehmigungen erforderlich sind. Auch die Atlantikküste bietet die Möglichkeit einige hundert Kilometer Strand für sich alleine zu haben. In der Namibwüste findet Ihr unzählige Plätze, die einen fantastischen Übernachtungsplatz abgeben. Auch findet Ihr hier ehemalige offizielle Campspots, die als solches nicht mehr genutzt werden.
Tipps für ein gelungenes Buschcamping-Erlebnis
Wer Buschcamping plant, sollte mehrere Punkte beachten, um das Abenteuer sicher und angenehm zu gestalten. Zunächst sollte man genügend Vorräte mitführen, da viele Regionen weit entfernt von Geschäften oder Tankstellen liegen. Außerdem ist es ratsam, sich vorab über die Wetterbedingungen zu informieren, da es in Namibia in der Regenzeit zu plötzlichen Überschwemmungen („flash floods“) kommen kann.
Respekt vor der Natur, insbesondere den Tieren und der lokalen Bevölkerung ist unabdingbar. Ihr seit hier Gast, lasst uns immer daran denken. Alle Trips die ich mit „Soul Holiday“ durchführe respektieren Land, Leute und die Natur und sind zudem nachhaltig mit einem minimalem Fußabdruck. Man sollte keine Abfälle hinterlassen, Flora und Fauna achten und sich an alle lokalen Regeln halten. Schließlich lohnt es sich, die Reiseroute und geplanten Lagerplätze im Voraus zu planen und immer alternative Plätze für den Notfall einzuplanen.
Fazit
Buschcamping in Namibia bietet eine unvergleichliche Möglichkeit, die unberührte Natur Afrikas hautnah zu erleben. Die Freiheit, abseits der Touristenpfade zu übernachten, die Ruhe der Wildnis zu genießen und den Sternenhimmel über endlosen Weiten zu beobachten, macht diese Form des Reisens so besonders. Es erfordert jedoch sorgfältige Planung, Respekt vor den gesetzlichen Regelungen und die Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen. Wer sich gut vorbereitet, kann ein unvergessliches Abenteuer erleben und Namibia auf eine authentische und intensive Weise entdecken.
